Barfuß gehen – es gibt gute Gründe, es zu tun

Schuhe sind ein fester Bestandteil unseres Lebens. Laut der Studie eines Kölner Meinungsforschungsinstitut aus dem Jahr 2016 besitzen in Deutschland Frauen im Durchschnitt 17,3 und Männer 8,2 Paar Schuhe. Gut die Hälfte dieser Schuhe wird praktisch nie getragen. Doch wie wäre es, völlig auf das Tragen von Schuhen zu verzichten?

Schon als Kleinkind wird der moderne Mensch an das Schuhwerk gewöhnt, das die Füße vor Kälte und vor allem schützen soll, was so auf dem Boden herumliegt, vom Kiesel bis zur Glasscherbe. Vermutlich hat sich der Mensch in Europa schon vor rund 120.000 Jahren damit beschäftigt, Schuhe herzustellen, wie der Fund einer Schuhmacherahle in Untertürkheim belegt. Tatsächlich lässt sich an Skeletten aus der Zeit vor 40.000 Jahren bereits eine Veränderung der Knochenentwicklung feststellen, die auf das Tragen von Schuhen zurückgeführt wird.

Der Schuh schont nicht nur die Füße

Zweifellos besitzt es seine Berechtigung, wenn sich der Mensch mit Schuhen oder Stiefeln vor Kälte schützt, aber dieser Schutz besitzt auch Nachteile. Denn der Mensch verändert sein natürliches Gehverhalten, was sich auf den gesamten Körper auswirkt. So wird zum Beispiel die Fußmuskulatur durch die Entlastung über die Schuhe geschwächt. Aber auch die gesamten Beingelenke, vom Knöchel über das Knie bis zur Hüfte, leiden unter der Nutzung von Schuhen. Durch das verstärkte Auftreten mit der Ferse zuerst entsteht eine etwa zweifach höhere Belastung der Gelenke als beim Barfußlaufen, bei dem automatisch mit dem Mittelfuß aufgesetzt wird.

Das Gehen und Bewegen ohne Schuhe und Socken schützt zudem vor Pilzerkrankungen. Fuß- oder Nagelpilz gedeiht in der feuchtwarmen Umgebung eines Schuhs wesentlich besser als am freien Fuß. Auch das Argument, das Barfußlaufen die Gefahr erhöht, sich eine Fußpilzinfektion zuzuziehen, ist falsch. Wer regelmäßig barfuß läuft, trainiert nicht nur seine Fußmuskulatur, sondern auch die Immunabwehr, die so mit Infektionserregern leichter fertig wird. Zudem können Pilze auf trockenen, von Socken unbelasteten Füßen kaum gedeihen.

Dicke Hornhaut durch Barfußlaufen?

Gerade Frauen fürchten, dass sich durch das Barfußlaufen eine unschöne Hornhaut an den Füßen entwickelt. Das ist nicht richtig. Hornhaut oder besser eine Hornschwiele ist die Folge einer Entzündung durch Druck oder Reibung auf einen lokal eng begrenzten Bereich, etwa die Ferse. Ein Problem, das zum Beispiel viele Menschen haben, die im Beruf viel auf den Beinen sind, Krankenschwestern oder Verkäufer in Fachgeschäften. Hierbei entsteht die Hornschwiele durch Druck und Reibung zwischen dem Fuß und der Sohle des Schuhs.

Durch das Barfußlaufen werden die Fußsohlen mit der Zeit immer unempfindlicher, aber nicht aufgrund einer dickeren Hornhaut, sondern weil sich die Fettschicht unter der Haut verdickt. Eine normale Reaktion unseres Körpers. Wer sich einmal in wärmeren Ländern aufhält, in denen viel barfuß gelaufen wird, kann sich davon überzeugen, dass Hornschwielen an den Fußsohlen kaum ein Thema sind.

Bessere Körperhaltung durch Barfußlaufen

Sogar Rückenbeschwerden und Fehlstellungen der Hüfte können durch das Tragen von Schuhen verursacht werden. Durch die Entlastung der Fußmuskulatur über das Schuhwerk wird diese immer schwächer. Das führt zu sogenannten muskulären Dysbalancen. Die in der Fauna einzigartige aufrechte Haltung des Menschen ist ein unglaublich komplexer Vorgang, an dem unzählige Muskeln unseres Körpers beteiligt sind. Die Fußmuskeln besitzen hierbei eine zentrale Aufgabe. Sie sind quasi das Fundament und wenn dies geschwächt ist, wackelt das ganze Gebäude. Der Körper versucht, diese Schwäche durch Ausgleichsbewegungen zu korrigieren, was letztlich zu Zerrungen und Verspannungen führt.

Es gibt also sehr gute Gründe, öfter barfuß zu laufen und keineswegs nur in der warmen Jahreszeit. Kürzere Wegstrecken bei kühlen Temperaturen helfen zusätzlich der Immunabwehr auf die Beine, was sich bei eingefleischten Barfußläufern dadurch zeigt, das sie kaum von Erkältungen betroffen sind.

Januar 2019




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