Selbstheilungskräfte, der Arzt in Dir

Naturheilkunde oder Schulmedizin. Beide Therapieformen bauen auf die Selbstheilungskräfte des Menschen. In vielen Fällen dienen Medizin oder naturheilkundliche Verfahren nur dazu, die Zeit zu überbrücken, bis die Selbstheilung ihr Werk getan hat. Ein gutes Beispiel sind Kopfschmerzen, die durch unterschiedlichste Ursachen ausgelöst werden können. Die meisten Menschen nehmen dagegen eine Schmerztablette oder einen dafür geeigneten Tee zu sich. Doch weder der Tee noch die Schmerztablette beseitigten die Ursache. Sie unterdrücken nur den Schmerz, bis der Körper die Selbstheilung vollzogen hat.

Der Mensch repariert sich in vielen Bereichen selbst und dies keineswegs nur bei lapidaren Vorfällen wie etwa einer kleinen Wunde. Selbstheilungen haben nachweislich sogar bei Krankheitsbildern stattgefunden, bei denen Ärzte keine Hoffnung mehr sahen. Krebsgeschwüre mit weitreichender Streuung bildeten sich plötzlich zurück und verschwanden. Bis heute ist in den meisten Fällen nicht erklärbar, warum und wodurch die Heilung vollzogen wurde.

Kein Wunder, sondern einfach Biologie

Gebrochene Knochen wachsen von selbst wieder zusammen. Die Schienung oder der „Gips“dienen nur dazu, dass die richtige Position der Knochenteile zueinander eingehalten wird. Lediglich bei einem Splitterbruch ist der Einsatz von Nägeln und Schrauben notwendig. Innere Organe heilen sich selbst, wenn ihnen die Zeit und die Ruhe dazu gegeben wird. Eine angegriffene Leber etwa regeneriert sich innerhalb von vier Wochen fast vollständig, wenn auf gesundheitsschädliche Einflüsse wie Alkohol oder zu fettes Essen verzichtet wird. Natürlich kommt es auf den Grad und die Dauer der Vorschädigung an. Auch die Lunge besitzt einen eigenen Reparaturmechanismus, den Hustenreiz. Der mag zwar lästig sein, dient jedoch dazu, die Bronchien oder die Halsröhre von Staubpartikeln oder Schleim zu befreien. Selbst das Fieber ist ein Bestandteil der Selbstheilungskräfte des Menschen. Viele Krankheitserreger sind nur in einem sehr eng begrenzten Temperaturbereich aktiv. Dieser Temperaturbereich entspricht der normalen menschlichen Körpertemperatur von 37 Grad. Der Körper lässt bei einer Infektion die Temperatur so lange ansteigen, bis die Viren aufgeben und ihre Vermehrung einstellen. Zugegeben, nicht immer macht der Körper das Richtige. Fieber etwa ist nicht bei allen Infektionen oder Entzündungen das beste Mittel. Darum werden zum Beispiel Endzündungsherde in der Schulmedizin wie in der Naturheilkunde oft stark gekühlt. Die Forschung weiß inzwischen, dass entzündungsauslösende Viren, Bakterien oder Keime auf Unterkühlung wesentlich empfindlicher reagieren als auf Wärme.

Ein Tipp hierzu, wenn zum Beispiel mal wieder ein Zahn Probleme macht und kein Zahnarzt greifbar ist. Ein Beutel mit Eis außen auf die Stelle des Schmerzes gedrückt halten, lässt die Schmerzen meist schnell abklingen, weil es den Kariesbakterien einfach zu kalt wird.

Wie kann die Selbstheilung unterstützt werden?

Das gegen jede Krankheit ein Kraut gewachsen ist, mag in gewisser Weise stimmen und nicht nur in Deutschland werden dementsprechend bei Bedarf Naturheilmittel und Medikamente der Pharmaindustrie genutzt. Nur dient der medikamentöse Ansatz meist der Bekämpfung der Wirkung, nicht der Ursache.

Der bessere Weg ist es, die Ursache zu bekämpfen und das bedeutet, Körper und Geist auf ein Niveau zu heben, das krankheitsauslösenden Faktoren das Leben schwer macht. Dazu gehört zum Beispiel eine gesunde Immunabwehr. Die kann trainiert werden, durch mehr Bewegung und Abhärtung. Statt des Lifts und der Rolltreppe die eigenen Beine benutzen, statt des Autos öfter mal das Fahrrad. Auch an kalten Tagen einen längeren Spaziergang wagen sowie hin und wieder ein Saunagang mit anschließender kalter Dusche, so etwas wirkt wahre Wunder. Selbst die geistige Verfassung kann abgehärtet werden. Stress lässt sich nicht immer vermeiden, er darf aber nicht zum Dauerzustand werden. Es ist wichtig zu lernen, abzuschalten. Die Friedhöfe sind voller Menschen, die glaubten, dass es ohne sie nicht gehe.

Wenn aber der Krankheitsfall eingetreten ist, braucht der Körper wirklich Zeit und Ruhe, um seine Selbstheilungskräfte mobilisieren zu können. Niemand sollte sich als Held oder Heldin fühlen, weil sich noch bei 39 Grad Fieber und Hustenanfällen ins Büro geschleppt wird. Das ist eher Dummheit, die dazu noch andere gefährdet.

Januar 2019




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