Naturheilkunde studieren – geht das?

Im Allgemeinen werden die Schulmedizin und die Naturheilkunde bezüglich der Betrachtungsweise in zwei Schubläden gesteckt. Einmal der Fachmann oder die Fachfrau in der Schulmedizin, verkörpert durch die Ärzteschaft, und zum anderen der Laie in der Naturheilkunde, dargestellt durch Autodidakten.

Doch dem ist längst nicht mehr so. Wer sich für Naturheilkunde interessiert, muss nun keineswegs auf die Suche nach einem Kräuterweiblein in abgelegenen Waldregionen gehen, um sich kundlich darin zu machen. Nachdem jahrzehntelang die Schulmedizin praktisch jeden Heilungsprozess für sich reklamierte und durchaus mit harten Bandagen gegen die Naturheilkunde anging, hat sich das Bild in den letzten Jahren grundlegend verändert. Sogar die Ärztekammern Deutschlands, quasi die absoluten Bollwerke der Schulmedizin, konnten sich der Erkenntnis nicht entziehen, das naturheilkundliche Verfahren durchaus ihre Berechtigung besitzen. Dementsprechend kann sich heute ein deutscher Facharzt weiterbilden und die Zusatzbezeichnung „Naturheilverfahren“ erlangen.

Naturheilverfahren können aber auch ohne vorherige Facharztausbildung erlernt werden. Es gibt dafür europaweit Bachelor- und Master-Studiengänge, die sogar nebenberuflich absolviert werden können. Wer es ernst meint, möchte natürlich ein Studium mit einem anerkannten Hochschulabschluss, dem Bachelor of Science oder dem Master of Science. Mitunter werden gerade im Fernstudium jedoch Angebote gemacht, bei denen keinerlei Zulassungsvoraussetzungen erwartet werden. Ohne anerkannten Abschluss ist jedoch die Behandlung kranker Menschen nicht erlaubt.

Was sind die Voraussetzungen?

Ein Studium zur Naturheilkunde beginnt in der Regel mit einem Bachelor Studium, das als Aufbaustudium zum Master Studium gilt. Allerdings genügt schon der Bachelor of Sciences, um etwa die Überprüfung nach dem Heilpraktiker-Gesetz zu absolvieren.

Die Hochschulreife oder die Fachhochschulreife sind die üblichen Voraussetzungen. Es geht aber auch ohne Abi. Wer über eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens drei Jahre Berufserfahrung verfügt, kann eine Hochschuleignungsprüfung ablegen. Wurden in der bisherigen beruflichen Laufbahn staatlich geprüfte Fortbildungsmaßnahmen absolviert, etwa zum Meister IHK oder zum staatlich geprüften Betriebswirt, genügt sogar ein studienfachliches Gespräch und Vorkurse in Englisch und Mathematik.

Was sind die Inhalte des Studiums zur Naturheilkunde?

Je nach Universität können die Inhalte in der Abfolge variieren, grundsätzlich sind sie jedoch festgelegt.

In der Regel bieten die Universitäten eine Spezialisierung an, die eine Vertiefung bestimmter Verfahren ermöglicht. Hier können Studierende meist ein Wahlfach belegen, beispielsweise in:

Das Studium zum Bachelor of Science Naturheilverfahren dauert üblicherweise 6 bis 7 Semester, also rund drei bis dreieinhalb Jahre und endet mit der Abschlussarbeit, der sogenannten Bachelor-Thesis, sowie der mündlichen Prüfung.

Der Master of Sciences

Zulassungsvoraussetzung für ein Studium zum Master of Science Naturheilkunde ist ein bereits abgeschlossenes Studium in der Medizin. Das kann der Bachelor Naturheilkunde sein, es kann aber auch ein Studium der Allgemeinmedizin oder der Psychologie sein, um nur Beispielhaft zwei weitere zu nennen. Die Inhalte für das Master-Studium Naturheilkunde gliedern sich wie folgt:

Für den Master of Science besteht eine Regelstudienzeit von vier Semestern. Auch dieses Studium endet mit der Verfassung einer Abschlussarbeit, diesmal der Master-Thesis, und der Absolvierung einer mündlichen Abschlussprüfung.

Bezüglich der eigenen Karriere wird ein Master-Studium von eventuellen Arbeitgebern natürlich stärker honoriert als ein Bachelor und es bietet mehr Einstiegsmöglichkeiten, speziell im Gesundheitswesen. Neben der Eröffnung einer eigenen Praxis, was auch schon mit dem Bachelor möglich ist, werden Master-Absolventen auch in Forschung und Lehre, in der Gesundheitsberatung oder von Krankenkassen und Versicherungen gesucht.

Februar 2019




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