Heilpflanzen im September: Engelwurz, Walnuss, Rizinus

Der Spätsommer wirbt mit seinen Farben, aber auch mit der heilenden Wirkung seiner Pflanzen in der Erntezeit.

Der Monat September besitzt für Menschen, die sich mit Naturheilkunde beschäftigen, eine besonders hohe Bedeutung. Viele wichtige Heilpflanzen erreichen jetzt das Stadium ihrer Reife oder den höchsten Wirkungsgrad von Inhaltsstoffen in Wurzeln, Früchten oder Samen.

Es würde den Rahmen sprengen, alle naturheilkundlich wichtigen Pflanzen an dieser Stelle aufzuzählen, die im September gesammelt werden können beziehungsweise ihre Reife erreichen. Darum stellvertretend drei Arten, die sich durch ihre besonders hohe Wirkung bei Krankheiten oder zur Vorsorge bereits bewährt haben.

Der Engelwurz

Die Pflanze, die überwiegend in den kühleren Breiten der Nordhalbkugel vorkommt, besitzt auffallende Ähnlichkeit mit dem Riesenbärenklau.

Der Engelwurz wird seit vielen Jahrhunderten von den im Norden lebenden Völkern als sehr vielseitige Medizin genutzt, wobei alle Bestandteile ihre Verwendung finden. So etwa das in der Erde befindliche Rhizom gegen Bronchitis, Rheuma sowie nervöse Schlafstörungen. Die Früchte wiederum werden in der begleitenden Krebstherapie wie auch für Nierenbeschwerden verwendet. Die Blätter können bei Verdauungsschwäche helfen und das aus den Früchten gepresste Öl hilft gegen Appetitlosigkeit.

Die Walnuss

Dass Walnüsse schmecken, muss wohl kaum erklärt werden. Dass aber sowohl die Nuss als auch die Blätter seit Tausenden von Jahren wichtige Bestandteile der Naturheilkunde sind, dürfte weniger bekannt sein. Aus den Blättern und den Nüssen wurden früher sogar Gegenmittel für Gifte von Pilzen oder dem Pfeilgift gemischt. Neue Forschungen zeigen, dass die Walnuss bei Pestiziden entgiftend wirkt. Die Blätter werden vorwiegend bei unterschiedlichen äußeren Entzündungen eingesetzt, etwa Akne oder Augenentzündungen. Sie helfen aber auch bei Diabetes oder Erkrankungen des lymphatischen Systems. Die grüne äußere Schale der Walnuss ist Blutreinigend, hilft bei Anämie und Magen-Darm-Katarrhen. Die Walnuss selbst senkt den Cholesterinspiegel, beugt Diabetes und Epilepsie vor und steigert die Fruchtbarkeit von Männern. Walnüssen wird zudem nachgesagt, dass sie auf das Gehirn positiv einwirken. Ein kleines Paradoxon am Rande. Die Nuss, die Pfeilgifte neutralisieren kann, liefert gleichzeitig ein hochwertiges Öl, das bei Büchsenmachern sehr begehrt ist.

Die Rizinus

Auch die Rizinus ist eine sehr alte Heilpflanze. In Gräbern aus dem alten Ägypten war der Rizinussamen eine häufige Grabbeigabe. Allerdings ist die Rizinus eine Pflanze mit zwei Gesichtern oder besser gesagt, ihr Samen. In ihm wohnen das Gute und das Böse zugleich. Die meisten Menschen kennen nur das Rizinusöl und dessen treibende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. Es wird aus dem Samen der Rizinuspflanze gewonnen. Dieser Samen besitzt aber auch ein Endosperm und in diesem ist das Gift Rizin enthalten. Rizin ist eines der stärksten natürliche Gifte der Erde. Zum Glück vermischt sich das Rizin beim Pressen des Samens nicht mit dem Öl, würde jedoch jemand auch nur eine kleine Handvoll Samen, vielleicht 10 -15 Stück, herunterschlucken, könnte dies durchaus den Tod bedeuten. Da die Rizinuspflanze nur in den Tropen- und Subtropen vorkommt, ist die Gefahr für Mitteleuropäer gering. Das ungiftige Öl der Rizinus besitzt dafür eine beträchtliche Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten. Abgesehen vom Einsatz als Abführmittel finden sich zudem äußere Anwendungsmöglichkeiten. Als Wickel gegen Arthrose, in Form raffinierten Öls als Augentropfen, bei verschiedenen Hauterkrankungen und als Wickel zur äußerlichen Behandlung von Leberbeschwerden.

September 2019




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