Die Birke – ein Superbaum mit heilenden Kräften

Die Birke, ein Laubbaum, der schon lange in der Naturheilkunde genutzt wird. Inzwischen haben sich auch Wissenschaftler mit ihm beschäftigt, denn die Birke hat heilende Kräfte.

Sie ist für den Menschen ein Allroundbaum. Seit Jahrhunderten werden aus der Birke Möbel und sogar Boote oder Kanus gefertigt. In Schachteln und Vorratsbehältern aus Birkenrinde bleiben Lebensmittel länger frisch, da die Rinde eine antiseptische Wirkung besitzt. Indigene Völker wie die Mi’kmaq im Nordosten Kanadas und der USA fertigten aus der Rinde Kleidung, Schuhe, Wigwamplanen und „Papier“. Die zweischichtige Rinde erlaubt zudem die Herstellung von Rindenpech zur Abdichtung von Fugen und die innere Schicht ist essbar, genauso wie die Blätter, die Zucker enthalten. In Russland wird noch heute aus Birkenblättern Wein gekeltert. Birkenreisig, zu Bündeln geformt, gibt einen prima Besen ab und das Holz brennt dank seiner ätherischen Öle sogar in feuchtem, frisch geschlagenem Zustand.

Die Birke in der Heilkunde

In der Naturheilkunde zählt die Birke zu den wichtigsten Heilmitteln, denn sie ist nicht nur vielseitig einsetzbar, der größte Teil ihrer Wirkstoffe ist über das ganze Jahr verfügbar. Nur die Knospen und der Birkensaft lassen sich ausschließlich zwischen April und Juni gewinnen oder ernten und auch die Blätter sind auf die warme Jahreszeit beschränkt. Die Birkenrinde jedoch gibt es immer und sie findet vor allem in der Wundheilung ihre Anwendung.

Dies hat in der jüngeren Zeit einige Wissenschaftler auf den Plan gerufen, die sich der Inhaltsstoffe der Birkenrinde annahmen und sie untersuchten. Federführend dabei waren Forscher der Albert-Ludwig-Universität Freiburg, aber auch Mitarbeiter des Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf.

Wundheilung ist ein sehr komplexer Vorgang, der in mehreren Phasen abläuft und bis heute ein problematisches Feld in der Medizin darstellt. Deshalb wurde in einer Studie zunächst der wichtigste Bestandteil der Birkenrinde isoliert und dessen Verhalten bei Wundheilungen untersucht:

Betulin ist der Hauptbestandteil und fördert das Hautwachstum bei Wunden über verschiedene Wege. Zum einen durch die Stimulation der Zytokine, das sind Proteine zur Entzündungsförderung der Wunde. Die Entzündungsphase ist ein Bestandteil der Wundheilung. Betulin beeinflusst zudem das Protein Chemokin, das die Migrationsbewegung der Zellen fördert und letztlich das Protein Aktin, das die Richtung der Zellbewegungen steuert.

Die Dosis macht es aus

Bei ihren Tests stellten die Wissenschaftler fest, das in Bezug auf das Betulin aus der Birkenrinde der Spruch: „Viel hilft viel“, tatsächlich stimmt. Je größer die Dosis an Betulin ist, die zur Wundheilung eingesetzt wird, desto schneller geht die Heilung vonstatten.

Betulin ist im Übrigen kein unbekannter Stoff. Er wurde schon im Jahr 1788 von dem Chemiker Johann Tobias Lowitz aus der Birkenrinde isoliert und findet sich heute in vielen Hautcremes, aber auch in Haarshampoo. Ebenso ist es inzwischen ein Medikament zur Wundheilung.

Zwar lässt sich reines Betulin kaum selbst herstellen, es sei denn, es steht eine umfangreiche Laborausstattung zur Verfügung, aber das muss auch nicht sein. Da die äußere Birkenrinde, die weiße Borke, bis zu 40 % Betulin enthält, genügt schon ein einfach herzustellendes Öl, um die Heilwirkung zu erhalten. Dazu wird eine Handvoll der weißen Birkenrinde benötigt, etwas kaltgepresstes Olivenöl sowie ein Glas mit Schraubverschluss. Die Birkenrinde muss nun 4 Wochen im Olivenöl ziehen und fertig ist ein Wundöl, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist.

September 2019




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