Saunieren – künstlich Fieber erzeugen

Genau bemessene Hitze und Luftfeuchtigkeit können das körperliche Wohlbefinden steigern und das Immunsystem stärken.

Den Körper gezielt zu überhitzen ist eine Methode der Naturheilkunde, die schon sehr alt sein dürfte. Gesichert ist auf jeden Fall, das die verschiedenen Hochkulturen im Laufe ihrer Entwicklung weitgehend unabhängig voneinander das Schwitzen als einen heilenden oder vorsorgenden Prozess erkannten.

In Japan genauso wie in China, im osmanischen wie im römischen Reich, im antiken Griechenland und bei den Indianern Nordamerikas war das Schwitzen ein Bestandteil der Körperkultur, manchmal aber auch der Psyche. Selbst die Germanen kannten die Schwitzhütte und bis heute hat sich zwar die Bauart verändert, der Zweck jedoch ist der gleiche geblieben. Der regelmäßige Saunagang bringt eine Reihe von Vorteilen bezüglich der körperlichen Gesundheit, so etwa:

Von der Sauna oder Schwitzkuren abgeleitet ist der Bereich der Thermotherapie, wobei dies sowohl Wärme- als auch Kältetherapien umfasst. Dazu gehört beispielsweise die therapeutische Hyperthermie, die unter anderem zur Krebsbehandlung eingesetzt wird. Ein Pionier in dieser Beziehung war der Naturwissenschaftler Manfred Baron von Ardenne, der in den 1960er-Jahren die Methode der Ganzkörperhyperthermie für die Krebsbekämpfung entwickelte.

Auch für den gesunden oder die gesunde Saunagängerin ist einer der wichtigsten Aspekte die Erhöhung der Körpertemperatur, wobei die Luftfeuchtigkeit eher eine untergeordnete Rolle spielt oder nur im Zusammenhang mit der Haut. Wird die Körpertemperatur von 37 Grad auf 39 Grad gesteigert, entspricht dies dem Fieber, wie es der Körper erzeugt, um Krankheitserreger abzutöten. Bei dieser Temperatur erhöht sich die Aktivität der körpereigenen Makrophagen, Granulozyten und Lymphozyten und die Bekämpfung von Viren, Bakterien und Keimen wird verstärkt. Dieser Effekt hält über den Saunagang hinaus an. Im besten Fall werden regelmäßige Saunagänge durchgeführt, um die erhöhte Aktivität der Immunzellen beizubehalten.

Der Idealfall: saunieren und bewegen

In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass die gesundheitlich positiven Effekte des Saunierens durch körperliche Betätigung verstärkt werden. Im Besonderen in Bezug auf die Gewichtsabnahme. Das hängt nun weniger mit dem Schwitzen in der Sauna zusammen, denn dabei geht hauptsächlich Wasser verloren. Vielmehr erhöht der durch das Saunieren angeregte Stoffwechsel seine Aktivität bei der Verbrennung von Fettzellen, während bei inaktiven Saunagängern zuerst der einfach erreichbare Zucker in den Muskelzellen abgebaut wird.

Es besteht nun keineswegs die Notwendigkeit, intensiv Sport zu betreiben. Schon etwa 20 Minuten leichten Sports wie etwa zügiges Gehen oder die Nutzung eines Trimmrades pro Tag reichen aus, um dem vom vielleicht wöchentlichen Saunagang angeregten Stoffwechsel die Fettzellen statt der Muskelzellen appetitlich zu machen.

Die Sauna zu Hause

Wer sich ungern in eine öffentliche Sauna begeben möchte, hat heute vielfältige Möglichkeiten, die eigene Sauna selbst in kleinen Wohnungen unterzubringen. Etwa in Form einer Sauna-Duschkombination, die in etwa die Grundfläche einer Badewanne in Anspruch nimmt. Das birgt zusätzlich die einfache Möglichkeit, zwischen den Saunagängen kalt zu Duschen, was wiederum dem Kreislauf sehr zuträglich ist und unter anderem das Risiko eines Herzinfarktes senkt.

Die Medizinmänner der nordamerikanischen Indianerstämme nutzten Schwitzhütten auch dazu, um in Trance mit Geistern in Verbindung zu treten, wobei dem Feuer verschiedene Pilze und Kräuter beigemischt wurden. Davon ist heute aus verschiedenen Gründen abzuraten, aber ätherische Öle lassen sich durchaus freisetzen und den oder die Saunagänger zum Träumen verführen. Eine Sauna ist schlicht gut für Körper und Geist.

Oktober 2019




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