Gesunde Kleidung – gibt es dass?

Naturheilkunde ist umfassend. Was wir essen, was wir trinken, wie wir leben und was wir tragen, gehört mit dazu.

In der vorindustriellen Zeit waren viele Dinge bezüglich Gesundheit kein Thema. Mit dem Einsetzen der Massenfertigung begann zugleich der Einsatz von Chemikalien der unterschiedlichsten Art, die vorwiegend dem Fertigungsprozess geschuldet sind oder die Produkteigenschaften „verbessern“. Das gilt nicht nur für Lebensmittel, sondern auch für Kleidung. Aus diesem Grund darf in der Naturheilkunde der Verursacher Kleidung bezüglich Krankheiten oder Allergien nicht ausgeklammert werden.

Doch speziell unter dem Begriff gesunde Kleidung ist nicht nur das eigene Wohlbefinden zu verstehen, sondern auch das der Menschen, die die Kleidung fertigen und natürlich das der Umwelt. Kleidung ist längst zu einem Wegwerfartikel geworden. Allein Deutschland importiert jährlich über 800.000 Tonnen Textilien. Das sind rund gerechnet 100 kg pro Einwohner, vom Kleinkind bis zur Seniorin. Ein Hemd wiegt nur wenige Gramm, eine Hose vielleicht 200 Gramm und eine Jacke bringt es auf etwa 500 Gramm. Selbst unter Einberechnung dessen, das ein Teil der Importtextilien für Teppichböden oder Vorhänge aufgewendet werden, bleibt ein großer Teil, der als Kleidung auf den Markt kommt. Es lässt sich leicht ausrechnen, was da zusammenkommt und es stellt sich zuerst die Frage:

Brauchen wir so viel Kleidung?

In den Sammelstellen der Altkleiderverwerter sind nagelneue, nie getragene Kleidungsstücke, mitunter noch in der Plastikhülle oder mit dem Preisschild versehen, keine Seltenheit. Es ist schlicht die pure Verschwendung, einfach, weil Kleidung oft viel zu billig ist. Aber auch teure Markenkleidung bekannter Labels schützt nicht davor, etwa beim Tragen mit Giftstoffen in Berührung zu kommen oder davor, das die Fertigung durch Kinderarbeit erfolgte.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace listet einen Punktekatalog auf, was beim Kauf und beim Nutzen von Kleidung beachtet werden sollte. Nachfolgend nun ein Auszug daraus, der auf die wichtigsten Fakten eingeht:

Genau wie in der Lebensmittelbranche ist es bei der Kleidung mitunter sehr schwierig, die Spreu vom Weizen zu trennen. Viele der Labels, die auf eine gesundheitlich gute oder umweltgerechte Fertigung hinweisen, sind nicht selten vom Hersteller oder vom Verband der Hersteller ins Leben gerufen worden. Von Unabhängigkeit kann in diesen Fällen natürlich nicht die Rede sein. Dabei wird mit wirklich allen Tricks gearbeitet, zum Beispiel mit extra gegründeten Stiftungen, die Unabhängigkeit vortäuschen, weil sie vordergründig keine Beziehung zum Kleiderhersteller oder zum Verband aufweisen, tatsächlich jedoch nach deren Pfeife tanzen.

Organisationen wie Greenpeace oder Fairtrade hingegen haben ihre Unabhängigkeit inzwischen über Jahrzehnte bewiesen, auch dadurch, dass sie Klagen und Prozesse, die gegen sie von Herstellern angestrengt wurden, gewonnen haben.

November 2019




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