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Lehrstuhl in Tübingen für alternative Heilmethoden

Die baden-württembergische Landesregierung hat jüngst beschlossen, in Tübingen einen Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin einzurichten. Schwerpunktmäßig soll sich der Lehrstuhl der Onkologie, also der Krebsforschung, widmen. Zwar sollen Heilmethoden wie Anthroposophie oder Homöopathie nicht gelehrt werden, aber sehr wohl sollen diese Methoden im Rahmen der Lehre beleuchtet werden, wie der Dekan der Medizinischen Fakultät, Ingo Autenrieth, sagt. Denn: „Ideologien und alles, was nichts mit Wissenschaft zu tun hat, sortieren wir aus.“

Vielmehr soll sich die Professur Themen wie Ernährung, Akupunktur oder Probiotia widmen. Während die Lehre in Tübingen erfolgen soll, soll die Erforschung von komplementären Therapien im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus am dortigen Centrum für Tumorerkrankungen erfolgen. Fünf Jahre lang wird die Professur von der Robert-Bosch-Stiftung insgesamt 1,84 Millionen Euro finanzieren, nach diesem Zeitraum sollen die notwendigen Mittel aus der Landeskasse fließen.

Dieses Engagement begründete Theresia Bauer, die grüne Wissenschaftsministerin, folgendermaßen: „Naturheilkunde und komplementäre Behandlungsmethoden werden von vielen Menschen ganz selbstverständlich genutzt, beispielsweise zur Ergänzung konventioneller Therapieangebote. Schwere Krankheiten wie etwa Krebs ließen sich mit natürlichen und sanften Methoden allein natürlich nicht heilen. Diese Methoden könnten laut diverser Studien aber dazu beitragen, dass die Therapie erfolgreich verläuft. Beispielsweise könnten die gravierenden Nebenwirkungen, die mit einer Chemotherapie einhergehen, gemildert werden.

Wird Licht in die kritische Debatte gebracht?

Wie wirksam derartige Therapien tatsächlich sind, wurde jedoch bislang kaum in kontrollierten klinischen Studien untersucht. Durch die Forschung soll also einerseits den Patienten Sicherheit vermittelt werden, andererseits könnte dies dazu beitragen, dass die Kosten für derartige Therapien künftig von den Krankenkassen übernommen werden.

Auch die Hersteller von Alternativen Arzneimitteln begrüßen diesen Schritt. „Baden-Württemberg nimmt damit eine Vorreiterrolle in Deutschland und Europa ein“, heißt es dazu in einer Stellungnahme der Wala Heilmittel GmbH. Die Unternehmen hoffen außerdem, dass durch diesen Lehrstuhl etwas mehr Licht in die Debatte um Homöopathie, die oft sehr kritisch geführt wird, geworfen wird. Ein Sprecher der Weleda AG sagt dazu: „Wir sehen mit Erstaunen und Befremden, dass eine bewährte Therapierichtung wie die Homöopathie, die Teil der Vielfalt des therapeutischen Angebots in Deutschland ist, diskreditiert werden soll. Die Gründung des Lehrstuhls kommentiert er mit den Worten: „Es ist gut, dass Forschung und Lehre ausgebaut werden, da eine Mehrheit der Bevölkerung Komplementärmedizin wünscht und nachfragt. Es braucht Ärzte, die in diesem Bereich auch universitär ausgebildet werden.“

Baden-Württemberg strebt Vorreiterrolle an

Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle in der komplementärmedizinischen Forschung einnehmen will. Zwar haben sich die Unikliniken Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen zu einem Akademischen Zentrum für Komplementäre und Integrative Medizin zusammengeschlossen, jedoch gab es bislang keinen eigenen Lehrstuhl.

Derartige Lehrstühle existieren bislang nur in Witten/Herdecke, Rostock, und Duisburg-Essen. Darüber hinaus gibt es an der Charité in Berlin drei Stiftungsprofessuren. TCM

Oktober 2018




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