Wildkräuter im Winter sammeln

In der Naturheilkunde spielen verschiedene Wildkräuter als Zutaten für Tinkturen, Tees oder Salben eine bedeutende Rolle, aber auch für gesunde Salate oder als Gemüsebeilagen. Unter den vielen verschiedenen Arten finden sich einige Kräuter, die das ganze Jahr über blühen oder zumindest frische Blätter tragen. So kann etwa ein Winterspaziergang dazu genutzt werden, um Kräuter zu sammeln und diese für die eigenen Zwecke zuzubereiten. Der Umstand, dass die Winter in Mitteleuropa immer wärmer werden, hilft natürlich auch beim Kräutersammeln in der kalten Jahreszeit.

Gerade bei Wildkräutern muss jedoch beim Sammeln mit etwas Umsicht vorgegangen werden. Obwohl Deutschland eigentlich aus einer flächendeckenden Kulturlandschaft besteht, gibt es das eine oder andere wilde Pflänzlein am Wegesrand, das es in sich haben kann. Darum sollten nur Kräuter gesammelt werden, die auch wirklich bekannt sind. Bestehen Unsicherheiten, so kann eine Aufnahme mit der Handykamera weiterhelfen. Es gibt Apps, über die mittels Foto die Pflanze bestimmt werden kann, ein Internetzugang ist natürlich die Voraussetzung dafür. Ist dies nicht möglich, dann sollte darauf verzichtet werden, das Kraut zu rupfen.

Bekannte Kräuter, die auch im Winter sprießen

Den Reigen eröffnet die Brennnessel, die in milden Wintern früh austreibt und an der alles verwendet werden kann, angefangen bei den Blättern über die Samen und Triebe bis hin zu den Wurzeln. Die Brennnessel ist in der Naturheilkunde eine Universalpflanze, die gegen eine große Anzahl von Erkrankungen als Tee, Suppe oder in einer Salbe wirksam ist.

Wie die Brennnessel hält es auch den Löwenzahn bei milderen Temperaturen nicht im Erdreich. Die Bandbreite der Wirkung des Löwenzahns im Bereich der Naturheilkunde ist ähnlich hoch wie die der Brennnessel und reicht von der Bekämpfung der Frühjahrsmüdigkeit bis zur Linderung der Beschwerden bei Gallensteinen.

Die älteren Generationen, die auf dem Land aufgewachsen sind, kennen sicher noch den Sauerampfer. Dessen Blätter lassen sich einfach abzupfen und gleich so als Salat verspeisen. In der Naturheilkunde dient der Sauerampfer als Mittel gegen Erkältungen, Fieber, Kreislaufschwäche oder zur Beschleunigung der Wundheilung. Allerdings enthält Sauerampfer eine geringe Menge an Oxalsäure, weshalb schwangere Frauen beziehungsweise Personen mit Rheuma- oder Nierenleiden die Bestandteile der Pflanze meiden sollten.

Das Gänseblümchen, dessen lateinischer Name übersetzt „ewig schön“ bedeutet, kommt das ganze Jahr über auf den Wiesen vor und streckt sogar durch nicht allzu hohe Schneedecken seine charakteristischen Blütenköpfe. Die Vielzahl an Inhaltsstoffen, die die Blätter, Blüten und Samen des Gänseblümchens aufweisen, helfen bei Erkältungen, Fieber, Husten, Insektenstichen, Lippenherpes, Entzündungen, Ekzeme oder auch Bronchitis, wobei diese Aufzählung nicht vollständig ist.

Etwas weniger bekannt ist die Vogelmiere oder Vogel-Sternmiere. Oft wird die Pflanze als lästiges, weil unaustilgbares Unkraut im Garten angesehen, dabei weist sich die Vogelmiere nicht nur als Heilmittel in der Naturheilkunde aus. Sie ähnelt im Geschmack jungem Mais und sie lässt sich dank ihres schnellen und üppigen Wachstums in großen Mengen ernten. Schon 50 Gramm der Vogelmiere enthält soviel Vitamin C, wie ein erwachsener am Tag benötigt. Wenn sie nicht gerade als Gemüsebeilage den Speiseplan bereichert, wird die Vogelmiere unter anderem dazu genutzt, Rheuma- und Gelenkschmerzen zu lindern.

Winterharte Kräuter auf dem Balkon

Es gibt neben den Wildkräutern eine ganze Reihe an Gartenkräutern, die in Blumenkästen auf dem Balkon oder der Terrasse auch im Winter ausharren, ohne Schaden zu nehmen, wenn pfleglich mit ihnen umgegangen wird. So können das ganze Jahr über frische Kräuter den Speiseplan, aber auch die eigene Hausapotheke bereichern. Zu diesen Kräutern gehören zum Beispiel der Fenchel, Minze, Oregano, Schnittlauch, Zitronenmelisse, Salbei und sogar die Petersilie.

Frische Wild- und Gartenkräuter sind in der Regel für Anwendungen in der Naturheilkunde gegenüber getrockneter Pflanzen, Samen und Blüten die bessere Variante, weil in ihnen noch alle gesunden Inhaltsstoffe enthalten sind, die die Natur ihnen mitgegeben hat.

Dezember 2018




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